Ralf Zacherl der populärste Koch im deutschen Fernsehen

Kurzes Portrait

Ralf Zacherl Pralinen aus dem Nichts und Hausfrauenliebling

Das hört sich gut an und erklärt auch einiges ganz plausibel: Ralf Zacherl, Sohn einer Gastronomenfamilie, hat den Kochberuf gelernt, weil es eben ziemlich naheliegend ist. Den „Gastronomensohn“ tauft er selbst schon einmal um in „Kneipenkind“ und erzählt von der Kneipe, den Eltern, frühen Leidenschaften und der Schulzeit. Ins Gymnasium wollte er trotz bester Zeugnisse nicht, weil die ganzen Freunde zur Realschule gingen. Als Ralf Zacherl in einem Wertheimer Hotel die Kochlehre begann. „Kochen ist eigentlich was Simples“ und „du mußt halt das entsprechende Gefühl für die Verarbeitung von Lebensmitteln inne haben“. Kurz gesagt: Die Liebe am Kochen, Kreieren, Ausprobieren – das muß ganz einfach da sein, sonst klappt es eh nicht.

Besondere Neigungen/Vorlieben/etwas Prägnantes zu seiner Kochphilosophie? „Aus Schlechtem kann ich Pralinen machen“, soll heißen: aus wenigen und/oder einfachen Zutaten fabriziert er köstlich-Leckeres, frappierend-Überraschendes. Das zeichnet einen Kreativkünstler aus, einen, der überzeugt ist von seinem Tun. Und dazu findet er, daß er ein „ausgesprochener Koch für die Hausfrau ist“. „Ich kann mit Hausfrauen richtig gut kochen, die „normalen“ Rezepte, die in unsere moderne Zeit und reales Alltagsleben passen, nachvollziehen.“ Ein Kick Ralf Zacherl hinzu – fertig ist die begeisterte Hausfrau. Sterne, Kochlöffel, Kochmützen und diese ganze Gourmet-Auszeichnungs-Philosophie ist für ihn kein primärer Antriebsmotor.- Kochen macht Spaß und wir alle wissen ja längst „Es muss nicht immer Kaviar sein.“ Außerdem hat er einen Michelin-Stern schon im Alter von 26 Jahren bekommen.

Als junger Küchenchef im „Grauen Haus“ in Oestrich-Winkel. Doch bevor es soweit war, hat er nach abgeschlossener Berufsausbildung zunächst Station bei „Papa crazy“ Stefan Marquard gemacht. Kreativ, durchgeknallt und frei von irgendwelchen Konventionen, Kochregeln. Wobei er doch sicher einige Marquardsche „Regeln“ mit auf den Weg bekommen hat: ein Küchenleben, das ohne Chili, Zucker, Rosmarin, Olivenöl, Knoblauch und Vanille grundsätzlich nicht auskommt und Obst mit Fleisch gepaart als perverse Attacke für die Geschmacksnerven bezeichnet. Und vielleicht auch, dass schwarze Teller, große Tomaten und Sardellen die Richtung von „pfui Teufel“ anpeilen. Dafür aber bestimmt sind ihm alle Geschmacksnuancen von Kutteln rauf und runter bestens vertraut. Die folgende Station im „Grauen Haus“ war gute Grundlage für die regional-veredelte Küche; die Verkupplung von einfachen Grundzutaten mit Luxusprodukten und natürlich die traditionellen Gar-und Schmortechniken bis hin zum eff eff. Jenes „Graue Haus“ überings war das älteste noch erhaltene Steingebäude Deutschlands und „Witwensitz“ derer von Greiffenclau.

Photo © by Willi Weber

Auf dem oberen Bild benutzt er eine Greifzange von Global zum Wenden von Fisch und Fleisch. Wir benutzen diese auch um Nudeln geschickt aus dem Topf zu bekommen und aufgrund des Design ist dies auch für den Tisch geeignet.

 

Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau, zu Lebzeiten eine schillernde und optisch imposante Persönlichkeit vermittelte Ralf die Bedeutung der Harmonie von Speisen und Wein. 1995 ging die kulinarische Wanderreise dann zu Harald Wohlfahrt, in die Schwarzwaldstube- Traube Tonbach und 1997 schließlich zurück in das „Graue Haus“, wo ihm, wie schon erwähnt, im ersten Küchenchefjahr der Michelin Stern verliehen wurde. Das tragische Ableben des Herrn Grafen beendete damit diese erfolgreiche Station und ein Jahr später fand man ihn dort wieder, wo man einen jungen Sternekoch sicher am allerwenigsten sucht: Im Robinson Club Athenee Palace auf Djerba. Otto Koch hatte ihn zu dieser neuen Herausforderung überredet und bereits nach kurzer Zeit war ihm klar, daß diese Stelle keine Einrichtung für die Dauer sein könnte. Motivierende Freunde vor Ort ließen ihn aber nahezu ein Jahr dort und natürlich auch die neu entdeckte Freude, sich besonderen Herausforderungen zu stellen und das Positive darin als Antrieb zu begreifen.

Photo © by Willi Weber

Ralf Zacherl der populärste Koch im deutschen Fernsehen benutzt sein Lieblingswerkzeug und zwar die Porsche Kochmesser Type 301 im Messerblock.

Das Angebot, kulinarische Großdimensionen als Küchenchef erstklassig zu realisieren, brachten ihn dann 1999 nach Deutschland zurück; genauer gesagt in die Hauptstadt Berlin. Auch größte Gastronomen verzetteln sich zuweilen in großen Dimensionen und so stand der sympathische Küchenkünstler schneller als erwartet vor geschlossenen Arbeitgebertüren. Mit entsprechendem Schwung und überzeugter Motivation ist er seit März 2001 Küchenchef in der Weinbar Rutz in Berlin und setzt eine junge, gleichermaßen auch konventionsfreie Küche zu alltagstauglichen Preisen um. Feste, Events, Wein und gutes Essen...im Kopf kreisen eine Menge Ideen.- Auch wenn zu Beginn die Technik der Küche noch nicht so ganz mitspielte. Dieses Problem ist mittlerweile aber auch im Griff- und zum Glück: gemerkt hat es eh kein Mensch. Vielleicht auch deswegen, weil er dieses unschlagbare Improvisationstalent besitzt.... Sie erinnern sich : er macht aus „nichts“ Pralinen.

 
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